Schule trifft Hof
Wenn Grundschulkinder zu Gemüseexpert*innen werden
Wie schmeckt eine frisch geerntete Karotte? Wie fühlt sich Erde an, in der tausende kleine Lebewesen arbeiten? Und warum wächst Paprika nicht im Winter? Diese Fragen beantworten Heidelberger Grundschulkinder nicht im Klassenzimmer – sondern auf dem Feld.
Was wir tun
„Schule trifft Hof" bringt Kinder aus sozial benachteiligten Stadtteilen auf regionale Bio-Höfe. Jede Klasse besucht einen Betrieb dreimal im Verlauf eines Jahres und arbeitet aktiv mit: säen, pflanzen, jäten, ernten, kompostieren. Die Kinder erleben, wo ihr Essen herkommt, welche Arbeit dahintersteckt und wie abhängig wir von natürlichen Ressourcen sind.
2025 nahmen im Pilotphase 77 Kinder aus drei Grundschulen teil – mehr als die Hälfte spricht Deutsch als Zweitsprache. Gemeinsam mit drei jungen Bio-Betrieben haben wir neun Hoftage durchgeführt, begleitet von unserem Projekt-Maskottchen Biene Lina.
Was dabei passiert
Die Veränderung ist deutlich sichtbar: Kinder, die am Anfang nichts anfassen wollten – nicht mal Gras –, werden beim dritten Besuch zu den fleißigsten Mitarbeiter*innen. Schüchterne Kinder blühen auf. Unruhige werden konzentrierter.
Die Lehrkräfte berichten von nachhaltigem Lernerfolg und positiven Effekten auf das Sozialverhalten. In den Abschlussrunden zeigen die Kinder stolz, was sie gelernt haben: Sie erkennen Gemüse in verschiedenen Wachstumsphasen, wissen, welche Sorten wann Saison haben, und verstehen, wie viel Mühe in einer einzigen Karotte steckt.
Besonders wirksam ist das Projekt für Kinder mit wenig Naturerfahrung oder Deutsch als Zweitsprache – durch praktisches Tun, sensorisches Erleben und spielerische Methoden wie Gemüse-Bingo.
Warum das wichtig ist
Viele Kinder haben heute kaum Bezug zu unverarbeiteten Lebensmitteln. Sie wissen nicht, wie Tomaten wachsen oder dass Erdbeeren nicht das ganze Jahr über verfügbar sind. Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Ernährungskompetenz, Gesundheitsbewusstsein und nachhaltigem Konsum.
Frühe Erfahrungen prägen: Wer als Kind gelernt hat, Essen wertzuschätzen, regionale und saisonale Lebensmittel zu erkennen und die Arbeit von Landwirt*innen zu respektieren, trägt dieses Wissen ins Erwachsenenalter – und in die eigene Familie.
Unsere Partner
Wir arbeiten mit drei biologisch wirtschaftenden Betrieben zusammen, die nach dem Prinzip der solidarischen Landwirtschaft bzw. als Bio-Marktgärtnereien arbeiten:
- Ackerpost (Tamara Köke)
- Gemüsekultur Heidelberg (Felix Hofmann & Felix Benzmüller)
- Gemüserei Heidelberg (Alex Passaro)
Alle Betriebe teilen ihre Arbeit mit großer pädagogischer Sorgfalt, Respekt und Begeisterung.
Die Nachfrage ist groß
Alle drei teilnehmenden Schulen möchten weitermachen – am liebsten mit allen Klassen eines Jahrgangs. Weitere Schulen haben angefragt, obwohl wir nicht aktiv geworben haben. Das Problem: Ohne zusätzliche Förderung können wir nicht expandieren.
Mit gesicherter Finanzierung könnten jährlich bis zu 15 Klassen teilnehmen, Materialien professionalisiert, ein einheitliches pädagogisches Konzept entwickelt und die Zusammenarbeit mit den Betrieben gestärkt werden.
Wie Sie helfen können
„Schule trifft Hof" war im Jahr 2024-2025 durch die Heidehof Stiftung gefördert. Zusätzliche Unterstützung kommt von der Sparkasse und der Volksbank Heidelberg. Für die Verstetigung und den Ausbau suchen wir weitere Förderpartner.
Interessiert an einer Kooperation oder Förderung? Kontaktieren Sie uns:
ernaehrungsrat.heidelberg@gmail.com
Ein Projekt des Ernährungsrats Heidelberg – für eine nachhaltige, gerechte und gesunde Ernährung in der Region.

Unsere Broschüre

Zweite Seite von unserer Broschüre
